1000 Leute und alte Schätzchen

Stefanie Pfäffle, HSt
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Augen nach links", schnarrt der erste in der Reihe der Kameraden. Und, zack, drehen sich alle Köpfe in die angegebene Richtung. Die Hände fahren zum flotten Gruß an die Mütze. Dieses Schauspiel ist am Sonntag immer dann zu sehen, wenn eine der vielen Freiwilligen Feuerwehren an der Ehrentribüne mit Albert Decker, seines Zeichens Gesamtkommandant der Schwaigerner Wehr, und Helmut Gogel, Massenbacher Abteilungskommandant, vorbeimarschiert. Ein großer Festumzug bildet den Höhepunkt der Festivitäten zum 100-jährigen Bestehen der Massenbacher Floriansjünger.

Drei Tage lang stand in dem Schwaigerner Teilort alles im Zeichen der Feuerwehr. Am Freitagabend war das große Festzelt auf dem Sportgelände voll bei der SWR Dance-Night. Auch der offizielle Festabend am Samstag, bei dem Politiker aller Ebenen, Abordnungen diverser Feuerwehren und die örtlichen Vereine ihre Glückwünsche überbrachten, war gut besucht. "Schön war, dass nicht nur andere Wehren da waren, sondern auch die Bevölkerung", freut sich Volker Lang, Pressesprecher der Schwaigerner Feuerwehr. Das zeigt, wie hoch angesehen die ehrenamtliche Arbeit der Feuerbekämpfer ist.

FristenVor allem die Teilwehren vor Ort sind wichtig. "Wir haben Fristen von zehn Minuten bei der Hilfeleistung einzuhalten, das wäre zentral, etwa von Schwaigern aus, gar nicht zu schaffen." Abgesehen davon profitiere man auch von den Ortskenntnissen der dort lebenden Kameraden.

Floriansjünger halten zusammen. Nicht nur, dass alle Schwaigerner Kameraden beim großen Jubiläum kräftig mithelfen, auch der Zuspruch von außerhalb ist groß. Rund 600 von ihnen laufen beim großen Festumzug mit. Bei strahlend blauem Himmel und starker Sonne suchen sich die vielen Zuschauer zunächst ein Schattenplätzchen, bevor sich der 800 Meter lange Zug aufmacht. 40 verschiedenen Gruppen mit 1000 Teilnehmern gilt es zu applaudieren. Da ist Ausdauer gefragt.

Die Gastgeber machen den Anfang. Während die Aktiven laufen, präsentieren die Alterskameraden eine alte Spritze von 1906. "Die musste noch mit Eimern befüllt werden", erklärt einer der Fachmänner. Es sollte nicht das einzige historische Gefährt bleiben. Einige Wehren hatten für den Umzug ihre alten Schätzchen aufpoliert.

Da wird kräftig von Hand gepumpt, es sind schließlich alle noch funktionstüchtig, was mit dem einen oder anderen nassen Strahl bewiesen wird. Ein bisschen Abkühlung tut gut.

Die Brackenheimer schieben außerdem eine alte Drehleiter durch die Straßen. Plötzlich erschallt ein Ruf: "Feuer!" In Windeseile wetzen die Kameraden los, schrauben die Leiter in die Höhe. Einer klettert mit dem Schlauch in der Hand in die Höhe, während unten gepumpt wird und schon wird das angebliche Feuer gelöscht.

Einsatz Die örtlichen Vereine und Organisationen haben sich ebenfalls große Mühe für ihren Auftritt gegeben. Die Reiter vom Pferdeparadies Krainbach haben nicht nur Ponys und Pferde im Gepäck, sondern auch Schweine, Ziegen und einen fetzigen Squaredance, bei dem sofort alle Zuschauer in rhythmisches Klatschen einfallen.

Die erste Massenbacher Mostprinzessin fährt in ihrer Kutsche vorbei, die Jäger thronen auf ihrem Hochsitz und werfen Süßes, die Kindergartenkinder bespritzen alle mit ihren Wasserpistolen. Eine willkommene Abkühlung im Sonnenschein. Zwischendurch erschallt immer mal wieder Musik von den verschiedenen Kapellen.

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Dieser Artikelservice wird vom Kreisfeuerwehrverband Heilbronn angeboten - www.kfv-heilbronn.de